Titanic
Musical von Peter Stone und Maury Yeston
Freilichtspiele Tecklenburg
Premiere: 25. Juli 2025
Freilichtspiele Tecklenburg
Premiere: 25. Juli 2025
Photos © lagerpusch.photography
|
Inszenierung:
Musikalische Leitung: Bühnenbild: Kostümbild: Choreografie: Maske: Digital Artist: Chor und Orchester |
Ulrich Wiggers
Juheon Han Jens Janke Fabienne Ank Francesc Abós Philip Hager Bonko Karadjov Freilichtspiele Tecklenburg |
Photos © lagerpusch.photography
Über das Stück
Ein Musical-Welterfolg über die Jungfernfahrt eines technischen Giganten und dessen Katastrophe. Erwartungen, Sehnsüchte und Fluchtgedanken von Passagieren zwischen Deck 3 und Deck 1. Ein Mythos und die vielen Einzelschicksale in einem großen Kaleidoskop. Mensch und Technik, Illusion und Wirklichkeit in einem gewaltigen Werk. Das Musical ist ausgezeichnet in 5 Kategorien und überzeugt in seiner großen Besetzung für Ensemble, Chor und Orchester.
Photos © lagerpusch.photography
Besetzung
|
Kapitän Edward John Smith
Thomas Andrews J. Bruce Ismay Heizer Frederic Barett Harold Bride Isidor Straus Ida Straus Henry Etches/Wallace Hartley Frederick Fleet Jim Farrell Alice Beane Edgar Beane Kate McGowan Kate Murphy Kate Mullins Charles Clarke Caroline Neville Charles Lightoller, 2. Offizier William Murdoch, 1. Offizier Herbert Pitman, 3. Offizier Robert Hichens, Rudergänger Joseph Boxhall, 4. Offizier Andrew Latimer John J. Astor Benjamin Guggenheim Georg Widener John Thayer J.H. Rogers (Jay Yates) Madeleine Astor Marion Thayer Jack Thayer Mme Aubert Eleanor Widener Charlotte Cardoza Chor und Orchester: |
Benjamin Eberling
Alexander Di Capri Felix Martin Til Ormeloh Tobias Bieri Anton Rattinger Masha Karell Gerben Grimmius Nicolai Schwab Michael B. Sattler Bettina Meske Patrick L. Schmitz Laura Araiza Inasaridse Hannah Miele Gioia Heid Hector Mitchell-Turner Elena Franke Jan Altenbockum Mathias Meffert Christian Rosprim Niklas Roling Tim Grimme Lorenzo Eccher Jan Altenbockum Tim Ormeloh Oriol Tula Michael Berres Tobias Bieri Caroline Hat Bernadette Fröhlich NN Giulia Fabris Nadine Baas Esther-Larissa Lach Freilichtspiele Tecklenburg |
Photos © lagerpusch.photography
Presse
Der Legende ein emotionales Denkmal gesetzt! Mit traumhafter Technik und perfekter Menpower versinkt die Titanic selbst auf der Burgruine!
Wie sehr sich Musicalfans auf ihr persönliches Highlight eines Jahres freuen, kann man bekanntermaßen an den Vorverkaufszahlen erkennen. In Tecklenburg finden derzeit, wie in jedem Jahr, wieder zwei große Abendproduktionen sowie ein Kindermusical statt. Für die erste Produktion „Priscilla“ hatte man dem Vernehmen nach mit einem Durchschnittsbesuch von rund 1.400 Zuschauern gerechnet, eine Zahl, die inzwischen dank der guten Mund-zu-Mund-Propaganda wohl deutlich angezogen hat. Doch die zweite Abendproduktion „Titanic“ sprengt in diesem Jahr alle Ketten. Eine ausverkaufte Premiere, bei der sogar die nicht regengeschützten Außenplätze und die Stehplätze hinter der Tonregie besetzt waren, sowie nur noch verfügbare Restkarten in den äußeren, nicht überdachten Bereichen für die restlichen 23 Vorstellungen, sprechen eine deutliche Sprache. Es mussten sogar schon zwei Zusatzvorstellungen an Mittwochabenden angesetzt werden und selbst die sind schon sehr gut verkauft. Und die Vorfreude ist berechtigt, denn was das Tecklenburger Kreativteam unter der Leitung von Regisseur Ulrich Wiggers auf der alten Burgruine geschaffen hat, darüber wird man in 20 Jahren noch sprechen. Eine perfekte Inszenierung mit grandiosen Bildern, toller Musik und herrlichen inszenarischen wie auch optischen Ideen erwarten die noch rund 50.000 Besucher, die bis zum 13. September noch nach Tecklenburg pilgern werden. Und wer nicht glauben kann, dass eine Titanic auch auf der alten Burg untergehen kann, der darf sich vor Ort gerne eines Besseren belehren lassen. [...]
Apropos Regie: Es war zu erwarten, dass es ein emotionaler Abend werden würde, wenn man Ulrich Wiggers auf die Titanic loslässt. Dieser Regisseur hat seit über einem Jahrzehnt eine Topleistung als Regisseur nach der Anderen abgeliefert, ist bekannt für seine gerade bei schauspielerischen Belangen minutiöse, dramaturgisch wertvolle, manchmal auch unkonventionelle und vor allem emotionale Akribie. Und der lässt er natürlich bei dieser Tragödie feien Lauf. Und wenn die Buchvorlage Längen beinhaltet, wie bei Titanic durchaus vorhanden, dann fasst er sie einfach zusammen. Bestes Beispiel, um nur Eines zu nennen. Selten war das Titanic-Finale im Ersten Akt so beeindruckend. Wiggers fügt mehrere einzelne Sequenzen zu einem großen Bild zusammen, bei dem quasi die komplette Bühne besetzt ist und lässt innerhalb dieses großen Bildes vier oder fünf kleine Bilder/Sequenzen agieren, in einem permanent fließendem Übergang, aber immer so, dass das große Bild nicht beschädigt wird. Und wenn es nach der Pause dramatisch wird, dann verzichtet er auf Pathos, sondern setzt auf Stille, auf Respekt und Mitleid. Wiggers nutzt die Dunkelheit als Stilmittel. Da ruft niemand „Lebt hier noch jemand“ nach dem Untergang. Da bleibt die Bühne dunkel, aber dennoch sieht man genau, was passiert. Und trotz 2.300 Besuchern könnte man eine Stecknadel fallen hören. Besser geht es nicht. Und das gilt auch für seine Personenregie. Von einigen Mitgliedern des Ensembles haben viele Besucher vermutlich noch nie etwas gehört, aber die sind so gut. Wiggers weiß genau, wer die Besucher anspricht [...]
Kurz: Dem Regisseur Ulrich Wiggers ist mit Titanic ein weiterer Meilenstein gelungen, man fragt sich manchmal, was da eigentlich noch kommen soll in den kommenden Jahren. Hoffentlich viele weitere Produktionen dieser Qualität!
Da Capo Magazin, Jörg Beese
Empfehlung: Titanic in Tecklenburg
Die hohe Zahl der verstorbenen Passagiere wirkt besonders beklemmend, wenn man sich diese in Tecklenburg vor Ort einmal genauer vergegenwärtigt. Die Freilichtbühne bietet insgesamt 2.300 Sitzplätze, die bei der besuchten Vorstellung fast alle belegt waren. Selbst die nicht überdachten Sitzplätze am Rand waren trotz der durchwachsenen Wetterprognose nahezu ausverkauft. Somit entspricht die Zuschauerzahl in etwa der Anzahl der Menschen an Bord des Schiffes. Wenn diese große Zuschauerzahl in einem Moment der absoluten Stille gebannt der Geschichte folgt, dann hat Regisseur Ulrich Wiggers wohl alles richtig gemacht. Und in der Tat gelingt ihm hier eine rundum gelungene Inszenierung, die mit sehr genauen Personenzeichnungen glänzt. Jede Figur wird detailliert dargestellt, keine Rolle bleibt schemenhaft. Der erste Gänsehaut-Moment nach wenigen Minuten sorgt auch gleich für die richtige Grundstimmung: Das Ensemble betritt bei Zu allen Zeiten in Schwarz gekleidet die Bühne und erstarrt beim Einsatz der vielleicht eingängigsten Musik des Abends für einen kurzen Moment, bevor die Geschichte mit dem Beladen des Schiffes beginnt. Allgemein ist die fast 15-minütige Eröffnungsnummer des Musicals bereits ein treffender musikalischer Vorgeschmack auf den Abend, die in der besuchten Vorstellung von den Zuschauern frenetisch bejubelt wurde. [...]
Ein weiterer Pluspunkt der Inszenierung ist ganz allgemein, dass auch abseits der jeweiligen Haupthandlungen immer wieder verschiedene Personen in ihrer Rolle am Rande des Geschehens beobachtet werden können. [...] Titanic ist in dieser Tecklenburger Inszenierung ein Musical-Highlight des Jahres 2025, das jedem Theaterfreund nur wärmstens empfohlen werden kann.
Markus Lamers, Der Opernfreund, 27. Juli 2025
Musicalepos Titanic - Eine Inszenierung, die begeistert
Das Musicalepos "Titanic" mit den begrenzten logistischen Möglichkeiten und den vielen spezifischen, technischen Einschränkungen einer Open-Air-Bühne überzeugend und kraftvoll zu inszenieren, ist eine Mammutaufgabe, derer sich Regisseur Ulrich Wiggers in Tecklenburg annimmt - und dank des perfekten Zusammenspiels aller Gewerke auch mit dieser Inszenierung ein Ergebnis vorlegt, das begeistert. [...]
Die Titanic wartet in Tecklenburg, schnell Karten sichern, bevor sie wieder ablegt und es zu spät ist!
André Böke, musicalzentrale, 29. Juli 2025
Mit Tiefgang und Gefühl: "Titanic" in Tecklenburg"
Ein Ozeanriese legt an – mitten im Tecklenburger Sommer, eingerahmt von Burgmauern, Bäumen und Abendhimmel. Doch wer im Musical „Titanic“ von Maury Yeston (Musik) und Peter Stone (Libretto, Übersetzung: Wolfgang Adenberg) Historienkitsch oder Katastrophenromantik erwartet, wird überrascht: Regisseur Ulrich Wiggers entwirft ein fein gesponnenes Netz aus Schicksalen, Bildern und Musik.Schon vor dem ersten Ton zeugen verstreute Requisiten – Rettungswesten, Koffer, Holzspielzeug, persönliche Gegenstände – davon, dass der Luxusliner RMS Titanic längst Geschichte ist. Wenn das Ensemble in der Eingangsnummer „Zu allen Zeiten“ wie die Geister des Luxusliners mahnt und träumend von Größe und Fortschritt singt, wird klar: Hier geht es um mehr als um den Untergang eines Schiffes. Es geht um Hybris, Hoffnung und Menschlichkeit.
Wiggers‘ Inszenierung lenkt den Blick immer wieder weg vom Spektakel und hin zu den Einzelnen. Kein Charakter bleibt schemenhaft, jede Figur erhält Kontur, Tiefe, manchmal auch Widerspruch. Szenen gehen zudem wunderbar fließend ineinander über – es herrscht immer Bewegung auf der Bühne: Spielt eine Szene beispielsweise gerade auf der Brücke, sieht man auf dem Promenadendeck darunter Passagiere spazieren gehen oder miteinander sprechen. In dieser Inszenierung fügen sich alle Gewerke derart harmonisch zusammen, dass es kaum überrascht, wenn in der Premierenvorstellung nach der großen Ensembleszene „Gute Fahrt“ sofort stehende Ovationen folgen. [...]
Was hier auf die Freilichtbühne gezaubert wurde, ist keine bloße Nacherzählung einer bekannten Tragödie, sondern ein fein orchestriertes Bühnenkunstwerk. Jeder Moment ist durchdacht, jedes Detail bedeutungsvoll. Und so sieht man am Ende nicht nur ein Schiff untergehen, sondern mit ihm eine ganze Welt.
Dominik Lapp, Kulturfeder, 26. Juli 2025
Wie sehr sich Musicalfans auf ihr persönliches Highlight eines Jahres freuen, kann man bekanntermaßen an den Vorverkaufszahlen erkennen. In Tecklenburg finden derzeit, wie in jedem Jahr, wieder zwei große Abendproduktionen sowie ein Kindermusical statt. Für die erste Produktion „Priscilla“ hatte man dem Vernehmen nach mit einem Durchschnittsbesuch von rund 1.400 Zuschauern gerechnet, eine Zahl, die inzwischen dank der guten Mund-zu-Mund-Propaganda wohl deutlich angezogen hat. Doch die zweite Abendproduktion „Titanic“ sprengt in diesem Jahr alle Ketten. Eine ausverkaufte Premiere, bei der sogar die nicht regengeschützten Außenplätze und die Stehplätze hinter der Tonregie besetzt waren, sowie nur noch verfügbare Restkarten in den äußeren, nicht überdachten Bereichen für die restlichen 23 Vorstellungen, sprechen eine deutliche Sprache. Es mussten sogar schon zwei Zusatzvorstellungen an Mittwochabenden angesetzt werden und selbst die sind schon sehr gut verkauft. Und die Vorfreude ist berechtigt, denn was das Tecklenburger Kreativteam unter der Leitung von Regisseur Ulrich Wiggers auf der alten Burgruine geschaffen hat, darüber wird man in 20 Jahren noch sprechen. Eine perfekte Inszenierung mit grandiosen Bildern, toller Musik und herrlichen inszenarischen wie auch optischen Ideen erwarten die noch rund 50.000 Besucher, die bis zum 13. September noch nach Tecklenburg pilgern werden. Und wer nicht glauben kann, dass eine Titanic auch auf der alten Burg untergehen kann, der darf sich vor Ort gerne eines Besseren belehren lassen. [...]
Apropos Regie: Es war zu erwarten, dass es ein emotionaler Abend werden würde, wenn man Ulrich Wiggers auf die Titanic loslässt. Dieser Regisseur hat seit über einem Jahrzehnt eine Topleistung als Regisseur nach der Anderen abgeliefert, ist bekannt für seine gerade bei schauspielerischen Belangen minutiöse, dramaturgisch wertvolle, manchmal auch unkonventionelle und vor allem emotionale Akribie. Und der lässt er natürlich bei dieser Tragödie feien Lauf. Und wenn die Buchvorlage Längen beinhaltet, wie bei Titanic durchaus vorhanden, dann fasst er sie einfach zusammen. Bestes Beispiel, um nur Eines zu nennen. Selten war das Titanic-Finale im Ersten Akt so beeindruckend. Wiggers fügt mehrere einzelne Sequenzen zu einem großen Bild zusammen, bei dem quasi die komplette Bühne besetzt ist und lässt innerhalb dieses großen Bildes vier oder fünf kleine Bilder/Sequenzen agieren, in einem permanent fließendem Übergang, aber immer so, dass das große Bild nicht beschädigt wird. Und wenn es nach der Pause dramatisch wird, dann verzichtet er auf Pathos, sondern setzt auf Stille, auf Respekt und Mitleid. Wiggers nutzt die Dunkelheit als Stilmittel. Da ruft niemand „Lebt hier noch jemand“ nach dem Untergang. Da bleibt die Bühne dunkel, aber dennoch sieht man genau, was passiert. Und trotz 2.300 Besuchern könnte man eine Stecknadel fallen hören. Besser geht es nicht. Und das gilt auch für seine Personenregie. Von einigen Mitgliedern des Ensembles haben viele Besucher vermutlich noch nie etwas gehört, aber die sind so gut. Wiggers weiß genau, wer die Besucher anspricht [...]
Kurz: Dem Regisseur Ulrich Wiggers ist mit Titanic ein weiterer Meilenstein gelungen, man fragt sich manchmal, was da eigentlich noch kommen soll in den kommenden Jahren. Hoffentlich viele weitere Produktionen dieser Qualität!
Da Capo Magazin, Jörg Beese
Empfehlung: Titanic in Tecklenburg
Die hohe Zahl der verstorbenen Passagiere wirkt besonders beklemmend, wenn man sich diese in Tecklenburg vor Ort einmal genauer vergegenwärtigt. Die Freilichtbühne bietet insgesamt 2.300 Sitzplätze, die bei der besuchten Vorstellung fast alle belegt waren. Selbst die nicht überdachten Sitzplätze am Rand waren trotz der durchwachsenen Wetterprognose nahezu ausverkauft. Somit entspricht die Zuschauerzahl in etwa der Anzahl der Menschen an Bord des Schiffes. Wenn diese große Zuschauerzahl in einem Moment der absoluten Stille gebannt der Geschichte folgt, dann hat Regisseur Ulrich Wiggers wohl alles richtig gemacht. Und in der Tat gelingt ihm hier eine rundum gelungene Inszenierung, die mit sehr genauen Personenzeichnungen glänzt. Jede Figur wird detailliert dargestellt, keine Rolle bleibt schemenhaft. Der erste Gänsehaut-Moment nach wenigen Minuten sorgt auch gleich für die richtige Grundstimmung: Das Ensemble betritt bei Zu allen Zeiten in Schwarz gekleidet die Bühne und erstarrt beim Einsatz der vielleicht eingängigsten Musik des Abends für einen kurzen Moment, bevor die Geschichte mit dem Beladen des Schiffes beginnt. Allgemein ist die fast 15-minütige Eröffnungsnummer des Musicals bereits ein treffender musikalischer Vorgeschmack auf den Abend, die in der besuchten Vorstellung von den Zuschauern frenetisch bejubelt wurde. [...]
Ein weiterer Pluspunkt der Inszenierung ist ganz allgemein, dass auch abseits der jeweiligen Haupthandlungen immer wieder verschiedene Personen in ihrer Rolle am Rande des Geschehens beobachtet werden können. [...] Titanic ist in dieser Tecklenburger Inszenierung ein Musical-Highlight des Jahres 2025, das jedem Theaterfreund nur wärmstens empfohlen werden kann.
Markus Lamers, Der Opernfreund, 27. Juli 2025
Musicalepos Titanic - Eine Inszenierung, die begeistert
Das Musicalepos "Titanic" mit den begrenzten logistischen Möglichkeiten und den vielen spezifischen, technischen Einschränkungen einer Open-Air-Bühne überzeugend und kraftvoll zu inszenieren, ist eine Mammutaufgabe, derer sich Regisseur Ulrich Wiggers in Tecklenburg annimmt - und dank des perfekten Zusammenspiels aller Gewerke auch mit dieser Inszenierung ein Ergebnis vorlegt, das begeistert. [...]
Die Titanic wartet in Tecklenburg, schnell Karten sichern, bevor sie wieder ablegt und es zu spät ist!
André Böke, musicalzentrale, 29. Juli 2025
Mit Tiefgang und Gefühl: "Titanic" in Tecklenburg"
Ein Ozeanriese legt an – mitten im Tecklenburger Sommer, eingerahmt von Burgmauern, Bäumen und Abendhimmel. Doch wer im Musical „Titanic“ von Maury Yeston (Musik) und Peter Stone (Libretto, Übersetzung: Wolfgang Adenberg) Historienkitsch oder Katastrophenromantik erwartet, wird überrascht: Regisseur Ulrich Wiggers entwirft ein fein gesponnenes Netz aus Schicksalen, Bildern und Musik.Schon vor dem ersten Ton zeugen verstreute Requisiten – Rettungswesten, Koffer, Holzspielzeug, persönliche Gegenstände – davon, dass der Luxusliner RMS Titanic längst Geschichte ist. Wenn das Ensemble in der Eingangsnummer „Zu allen Zeiten“ wie die Geister des Luxusliners mahnt und träumend von Größe und Fortschritt singt, wird klar: Hier geht es um mehr als um den Untergang eines Schiffes. Es geht um Hybris, Hoffnung und Menschlichkeit.
Wiggers‘ Inszenierung lenkt den Blick immer wieder weg vom Spektakel und hin zu den Einzelnen. Kein Charakter bleibt schemenhaft, jede Figur erhält Kontur, Tiefe, manchmal auch Widerspruch. Szenen gehen zudem wunderbar fließend ineinander über – es herrscht immer Bewegung auf der Bühne: Spielt eine Szene beispielsweise gerade auf der Brücke, sieht man auf dem Promenadendeck darunter Passagiere spazieren gehen oder miteinander sprechen. In dieser Inszenierung fügen sich alle Gewerke derart harmonisch zusammen, dass es kaum überrascht, wenn in der Premierenvorstellung nach der großen Ensembleszene „Gute Fahrt“ sofort stehende Ovationen folgen. [...]
Was hier auf die Freilichtbühne gezaubert wurde, ist keine bloße Nacherzählung einer bekannten Tragödie, sondern ein fein orchestriertes Bühnenkunstwerk. Jeder Moment ist durchdacht, jedes Detail bedeutungsvoll. Und so sieht man am Ende nicht nur ein Schiff untergehen, sondern mit ihm eine ganze Welt.
Dominik Lapp, Kulturfeder, 26. Juli 2025
Photos © lagerpusch.photography
Photos © lagerpusch.photography





